Der Knochenhauer Beisser

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Am 30. September 1836 kaufte der Knochenhauer Christian Schnitzer einen von 50 Blöcken der Hamburger Knochenhauerzunft. Schnitzer nahm seinen Neffen Georg Christian Beisser als Partner mit ins Fleisch-Geschäft, welches sie in der Hamburger Spitalerstraße betrieben. Für Einnahmen sorgte nicht nur das Ladengeschäft, sondern auch die Belieferung von Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen.

G. C. Beisser war neun Jahre Bürgerschaftsmitglied und 1867 war er Mitgründer der Hamburger Handelskammer. Die Schlachterei Beisser versorgte während des Krieges 1870-71 Truppenteile sowie Lazarette in und um Hamburg und setzte sich auch für in Not geratene Menschen ein. Meister Beisser erhielt schließlich von der Stadt Hamburg "ein ehrenvolles Diplom für seine uneigennützige Hilfe in schwerer Zeit ausgestellt." (Beisser 1936: 8)

Die Firma Beisser expandierte und war eine bedeutende Großschlachterei in Hamburg. Im Februar 1884 überschrieb Beisser-Senior seine Firma auf seinen Sohn Georg Michael Heinrich Beisser. Zuvor hatte die Firma einen der drei Höfe in Steilshoop vom Bauern Behrmann erworben. Die Viehzucht half, plötzlich auftretende Bedarfe an Fleisch und Schlachtvieh bedienen zu können. Der Junior erwarb weitere Grundstücke in der Spitalerstraße um das Ladengeschäft zu vergrößern und akquirierte Lieferkontrakte für die Übersee-Reedereien. Da die Schiffe nicht nur mit Fleisch sondern auch mit lebendem Vieh versorgt wurden, brauchte es auch Futtermittel. Die Anforderungen konnten u. a. mit dem Hof in Steilshoop bewältigt werden.

Das Dorf Steilshoop - und Familie Beisser

Steilshoop wird zum ersten Mal am 29. Juni 1347 urkundlich erwähnt. "Es ging um eine Aufzählung der Dörfer, die fortan zu dem Hamburger Ratsherrn von Bergen gehören sollten." (Hoppe/ Zuschlag 1994: 6) Das zu Stormarn gehörende Dorf Steilshoop wird also schon vor 1347 existiert haben. Der Ratsherr von Bergen lag im 14. Jhd. des öfteren in Fehde mit Ritter Krummendiek und Ritter Scharpenberg. Die Leidtragenden waren die Dorfbewohner.

An anderer Stelle wird auf zwei Urkunden aus dem Jahr 1271 verwiesen, "in denen Bramfeld neben anderen Dörfern des Alstertalgebietes erwähnt wird. Es handelt sich in diesen Urkunden um den Verkauf von Hufen an das Domkapitel in Hambug und an das Kloster Harvestehude. Andere stormarnsche Dörfer haben urkundliche Nachrichten aus früherer Zeit, meistens aus der Zeit gleich nach 1200." (Seeler/ Seeler 1988: 21)

Nachdem unser Dorf die ersten Jahrhunderte seiner Existenz Namen trug wie Steyleshop, Steylsehope, Stegelhoop, Tome Steleshope, Steigelshope, Steygelshope, Steileshop, Steyelshoop, Steilshoep, Steylshoep sowie Steilshop, ist ab 1700 in amtlichen Schriftstücken in der Regel das aktuelle Steilshoop zu finden (vgl. Seeler/ Seeler 1988: 241). Allerdings ist auf einer Karte von 1878 wie auch 1890 und einer anderen Karte von 1930 auch die Schreibweise mit einem "o", Steilshop, zu entdecken. Auch findet sich in der Literatur der Hinweis, dass Steilshoop seit Jahrhunderten drei große Bauernhöfe beheimatete (vgl. Seeler/ Seeler 1988: 242ff; Hoppe/ Zuschlag 1994: 6-16).

Der Martensche Hof ging im Mai 1707 durch Heirat von Maria Martens mit Hein Behrmann von Ohlsdorf in die Familie Behrmann über. Nachdem der Hof durch Vererbung auf den jeweils folgenden Sohn ging, verkaufte schließlich Joachim Behrmann im Juli 1874 den Hof an die Familien Beisser und Früchtenicht. 1879 erwirbt Beisser den Anteil von Früchtenicht und weitere fünf Jahre später, 1884, heiratet G. M. H. Beisser die Bauerntochter Margarethe Behrmann. Im gleichen Jahr wird eine "Villa Beisser" fertig gestellt, in die Beisser-Senior (G. C. Beisser) sich zurück zieht, während sein Sohn G. M. H. Beisser sich tatkräftig der Fortentwicklung der Firma widmet.

Die Firma Beisser feierte 2011 ihr 175jähriges Jubiläum - sie wird seit 2008 von den Geschwistern Claas Rudolf und Eltje Helene Habben in der 6. Generation fortgeführt. Zwischen 1900 und 1920 war Heinrich Beisser - einer von drei Söhnen des G. M. H. Beisser - Mitglied im Steilshooper Gemeinderat. "Der dritte Sohn, Paul Beisser, geb. 1893, lebte und arbeitete als Landwirt und Kaufmann auf dem Steilshooper Besitz. […] Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Beissersche Landbesitz Stück für Stück als Bauland verkauft." (Hoppe/ Zuschlag 1994: 16)

Es ist aber noch nicht alles verkauft. So gehört das Grundstück der Tennisschule Witthöft z.B. noch immer der Erbengemeinschaft Beisser.

Abschließend die damalige Ankündigung des Maklers Gustav Bolt zur Vermietung des Forsthofes :

 

(Stadtteilarchiv Bramfeld)

 

Aktuelle Webseite der Familie Beisser: www.beisser-hamburg.de

 


Forsthofer Spuren

Folgen Sie nun den Spuren der Vergangenheit und entdecken Sie, warum wir diesen Tennisclub mit Begriffen wie "Erholung", "Entspannung", "Naturerlebnis" und "Geselligkeit" verbinden - zur Abrundung der Sinnenfreuden gehört natürlich auch ein passender Gaumenschmaus dazu.

 

Autor & Filmer:

Guido Eberhard Guido Eberhard
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